me drinking my smoothie
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Saftfasten – Erfahrungsbericht Teil 2

Malvenblüten
Geschafft!

Heute ist mein letzter Abend ohne feste Nahrung, sieben Tage nur mit grünen Smoothies und leerer Gemüsebrühe ohne Salz und Öl liegen hinter mir. Ich bin stolz auf mein Durchhaltevermögen und würde diese Erfahrung wirklich jedem, der das schon einmal probieren wollte, wärmstens empfehlen (eh klar, bei Problemen Arzt kontaktieren usw.)! Aber beginnen wir da, wo wir das letzte Mal aufgehört haben.

Tag 4: Halbzeit (Fortsetzung)

Beim letzten Beitrag sind wir hier um die Mittagszeit stehen geblieben. Der Rest des Tages war gut, Termine, ein bisschen Schwäche, aber nicht schlimm. Mein Körper hat sich definitiv umgestellt, das Notprogramm läuft. Am Abend dann Sauna mit meinen Fasten-Kumpanen und meinem lieben Mann. Erstaunlicherweise hat mir die Hitze, trotz der extremen Temperaturunterschiede zwischen drinnen (100C) und draußen (-18,5C) nichts ausgemacht. Müde, sauber und zufrieden bin ich hoch motiviert ins Bett gefallen.

Tag 5: Bäume ausreißen – und danach…

Ich fühle mich großartig! So gut, dass ich gleich in der Früh nach meinem großen Pott Ingwertee mit Zitrone (ich kann die Kräutertees nicht mehr riechen) mit meiner großen Tochter Yoga mache. Die Temperaturen können meiner guten Laune keinen Abbruch geben, denn anschließend habe ich einen Friseurtermin bei einer Freundin, mit meiner allerliebsten Herzensfrau zum Quatschen – richtig gut! Allerdings merke ich dann als es schon gegen frühen Nachmittag geht, dass mir schwummrig wird, also nachhause und Smoothie gemacht – und gekaut! Jawohl, mir fehlt das Kauen am allermeisten. Ausruhen auf der Couch und noch ein paar Stunden Onlinearbeit und mal wieder früh ins Bett.

Tag 6: Schon wieder? Ein Tief kommt selten alleine…

Wo ist denn meine Energie hinverschwunden? Ich hab die Schnauze gestrichen voll. Ich mag nicht mehr. Ich träume vom Essen und male mir die kommenden Mahlzeiten aus, phantasiere von Buffetts und Dinnerparties. Der Pyjama ist mir heute treu geblieben und meine Nerven sind blank gelegen, keine Geduld mit mir, den Kindern oder der restlichen Umgebung. Hilft natürlich auch nicht, dass Niko heute ausgefallen ist wegen Kopfschmerzen. Zu Mittag hab ich auf die Schnelle ein bisschen was für alle gekocht. Am Nachmittag hab ich mich im Bett versteckt und versucht Zeit wegzuschlafen. Ich war traurig und irgendwie deprimiert. Am Abend nach unproduktiven Stunden vorm Laptop hat mich dann meine Fastencommunity aufgefangen und sich mein Jammern angehört. Danke dafür! Es hilft wirklich, wenn man Leidensgenossen…äh, Fastenfreunde hat.

Tag 7: Endspurt. Ende gut, alles gut.

Heute war unerwarteterweise ein guter Tag, zumindest bis zum Abend. Trotzdem er ziemlich viel Mamamanagement erfordert hat (Schachturnier in Graz, Musicalprobe im Ort, grantige Kleinkinder, möbelschleppende Ehemänner und hungrige Mäuler) war ich relativ fit. Sogar den Haushalt hab ich in Angriff genommen (der unter meiner Fastenlaune und dem „Ich geh nicht raus“-Wetter der Kinder sehr gelitten hat), für alle gekocht, online was weiter gebracht und am Abend noch den morgigen Workshop vorbereitet. Allerdings war ich nervös und irgendwie ziemlich negativ und meine kurzen Nerven gehen jetzt sogar schon mir auf die Nerven. Trotzdem, wider Erwarten habe ich nicht mehr so viel von delikatesten Genüssen geträumt. Gegen Abend, als der Fastenbrech-Apfel schon lachte, hatte ich dann noch einen Energieeinbruch. Aber gekaut habe ich meine süßen Spalten am Teller dann genüßlich mit geschlossenen Augen bis rein gar nix mehr zum Kauen übrig geblieben ist. Und jetzt hab ich sogar noch genug in mir, um diese Zeilen zu schreiben. Ein Hoch aufs Fasten – nur gut, dass es morgen vorbei ist!

Der Tag danach

Morgen also wirds bei mir immer noch Schonkost geben, denn man solls langsam angehen. Eine zu schnelle Umstellung auf schwere, deftige Kost ist nicht anzuraten. Also dann für mich einen glutenfreien, zuckerfreien und veganen Brei mit frischen Apfel- und Bananenstückchen gegen Mittag und eine leichte Gemüsesuppe (mit Inhalt) gegen Abend. Soweit ich das aus der heutigen Sicht absehen kann, geht eh gar nicht mehr rein (der Apfel hat mich heute fast überfordert).

Ein Resümee

Würd ich es wieder machen?

Ja, definitiv, aber nicht mehr unter diesen Umständen. Organisierte Fasten-Auszeitwochen ohne Familie und Termine klingen für mich echt nach einer fantastischen Alternative. Ich war zu sehr mit Arbeit, Terminen und Kindern beschäftigt und hatte das Gefühl, das alles zu kurz gekommen ist.

Würde ich es anders machen?

Ich habe gegen Wochenmitte meine kleinen Energiebeutelchen weggelassen, weil sie mir so gar nicht geschmeckt haben und ich das Gefühl hatte, ich brauche sie nicht. Beim nächsten Mal würde ich gerne mit frischem Gemüse und ein wenig Obst entsaften, denn die eintönigen Smoothies und die faden Gemüsebrühen waren eine echte Herausforderung und ich wünsche mir mehr Abwechslung.

Und die Verdauung?

…ist gegen den dritten Tag zum Erliegen gekommen, was mir zuerst gar nicht aufgefallen ist. Eigentlich hätte ich zu der Zeit bereits Einläufe, ein wenig Bittersalz oder Flohsamenschlalen nehmen müssen. Am fünften Tag habe ich dann zum ersten Mal in meinem Leben das Bedürfnis nach einem Einlauf gehabt (ich habe da traumatische Erlebnisse aus meiner Jugend!). Gestern dann hab ich das umgesetzt und die Erfahrung war sehr heilsam für mich. Man sieht wieder, Barrieren bestehen nur im Kopf.

Und das Gewicht?

Ich habe fünf Kilo verloren. Allerdings wird das sicherlich nicht so bleiben, denn das meiste davon ist Wasser. Aber ich habe einen Anfang gemacht hin zur Bikinifigur und das motiviert weiter zu machen.

Was habe ich gelernt?

Es war für mich ein befreiendes Gefühl, nicht unbedingt essen zu müssen, denn noch nie habe ich über einen längeren Zeitraum nichts zu mir genommen. Auch der schwebende, fast körperlose Zustand, der sich nach zwei Tagen eingestellt hat, war interessant. Ich habe mich ein bisschen gefühlt wie in den Vorbereitungen zu einer Geburt. Man zieht alle seine Fühler ein und konzentriert sich nur auf sich. Es war schwierig für mich in der letzten Woche auf andere einzugehen, zu sehr war ich mit mir selbst beschäftigt. Viele Emotionen sind hochgekommen. Manche sagen, Saftfasten wäre auch emotionale Reinigung.

Was nehme ich mit?

Ich möchte jedenfalls wieder konsequenter mit meiner Nahrung umgehen und habe jetzt einfach auch verstanden, wie wenig man eigentlich braucht. Daher in Zukunft wieder intermitierendes Fasten (16 Stunden Pause, 8 Stunden für Essensaufnahme) viel Wasser in der Früh und nur zwei Mahlzeiten am Tag. Außerdem möchte ich mich mal wieder an der Nase nehmen und aufhören, die Reste der Kinder wegzufuttern, wenn ich eigentlich schon satt bin.

Die größte Überraschung?

…war, dass ich so gut wie kein Hungergefühl hatte. Ich denke, das lag an der mentalen Vorbereitung und der Tatsache, dass ich keinen Zucker, Salz oder Kohlenhydrate zu mir genommen habe und den Konsum von Obst (im Smoothie) auf ein Minimum reduziert habe.

Abschließend: Ich will niemanden bekehren oder überzeugen und auch keine Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Fasten führen. Ich freue mich, wenn ihr mir eure Ideen, Fragen oder konstruktive Kritik schreibt. Danke fürs Dabeisein und Mitlesen und bis bald in „alter Frische“,

alles Liebe!

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