H.O.F. sucht Mates!
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Die neuen Mates stellen sich vor
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Am Ende wird alles …anders!

MUT Bleib in deinem Herzen

Mein letzter Beitrag war ein Aufruf nach neuen Hofmates, neuen Mitbewohnern am MITANANDA H.O.F. und ist gerade mal sechs Wochen her.

Seither hat sich viel verändert, kein Stein ist mehr auf dem anderen geblieben. Es scheint fast so, als würde sich alles neu organisieren, sobald mal eine Sache in Bewegung kommt. So viel Neues braucht auch viel Reflexion und Zeit zum Verdauen. Aber dazu später.

Nachdem der Beitrag online war, gab es einiges an Echo. Viele haben sich davon angesprochen gefühlt, trotz des absichtlich nicht allzu positiv formulierten Textes. Wir wollten von Anfang an sicherstellen, dass diejenigen, die sich dafür interessieren hierher zu ziehen, wissen was Sache ist. Zu stark waren uns noch die zahllosen Besuche, Mails und Telefonate vom letzten Mal in Erinnerung, als wir zum ersten Mal Mitbewohner gesucht haben. Gemeinschaft, Freilernen und Selbstversorgung klingen auf den ersten Blick verlockend romantisch und einfach und viele haben ihr ganz eigenes Traumschloss davon im Kopf.

Ehrlicher Weise müssen wir auch zugeben, dass wir ein wenig müde waren. Wir wollten jedenfalls vermeiden, wieder wochenlang damit beschäftigt zu sein, Neugierige zu versorgen und rumzuführen. Zu frisch waren auch die Gefühle, die der Auszug der Familie Beer mit sich gebracht hat. Ganz besonders mir gingen die Wochen, in denen unsere „alten“ Hofmates ihr Hab und Gut verkauft, verschenkt oder verpackt haben doch ziemlich an die Nieren. Das Gefühl von Verlassen werden, von Sitzen gelassen werden, drängte sich mir immer wieder auf. Gemischt mit der Sorge um Saschas Gesundheit und dem schizophrenen Gefühl, dass wir doch helfen wollten, weil sie doch Teil von uns sind.

Wie schon so oft in der letzten Zeit durften wir auch in dem Bereich erkennen, dass nichts im Leben einfach nur schwarz und weiß ist. Man kann zwar nicht zusammen leben wollen oder können, aber trotzdem eng verbunden sein und befreundet bleiben. Alles ist im Fluss. Zwischen schwarz und weiß gibt es nicht nur unendlich viele Grauschattierungen, sondern auch viele bunte Farben. Wir selber halten die Mischpalette in den Händen.

Eigentlich war es ganz einfach. Die neuen Mates waren mit die ersten, die auf unseren Beitrag mit einem begeisterten Mail mit vielen Fotos von ihrer Familie geantwortet haben. Kurz darauf haben wir uns einen Besuchstermin vereinbart, sie sind gekommen und nicht nur die Kinder, sondern auch wir haben uns von der ersten Sekunde weg gut verstanden. Ihre Vorgeschichte scheint wie die perfekte Voraussetzung für ein erfolgreiches Hofleben, das Alter der Kinder könnte nicht besser zu unseren passen, die Ideen, die sie mitbringen, fügen sich nahtlos in die Hofstruktur ein. Am Abend beim Verabschieden musste nicht mehr viel geredet werden, ihr Einzug war beschlossene Sache.

Zuerst musste aber natürlich noch mit Bea und Sascha Abschied gefeiert werden und die letzten Tage mit ihnen waren schön, aber auch recht emotional. Rückblickend war es ein langer Abschied, der wohl bereits im Frühjahr begonnen hat. Wir möchten die letzten eineinhalb Jahren mit ihnen nicht missen und sind dankbar für die Erfahrungen, die wir gemeinsam mit ihnen machen durften. Wir freuen uns auch sehr, dass es uns gelungen ist, in all dem Wirrwarr doch zu einem positiven Ende zu kommen. Wir wünschen ihnen aus vollstem Herzen alles Gute für ihren weiteren Weg, viele Abenteuer und neue Erkenntnisse auf ihren Reisen und hoffen auf ein Wiedersehen wo auch immer dies sein wird!

Anfang Dezember war es dann soweit: Mit einem Abschieds-, das gleichzeitig ein Willkommensessen war, haben wir die alten Hofmates verabschiedet und die neuen willkommen geheißen. Auch dieses Gefühl, zur selben Zeit mit dem Alten und dem Neuen an einem Tisch zu sitzen, mit all den Facetten der Trauer, Angst, Verletzlichkeit, Freude, Neugier auf das Neue war schwer in Worte zu fassen und äußerst verwirrend. Ich tu mich auch sonst schwer mit allzu schnellen Veränderungen und brauche ein wenig Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten. Zeit für mich, für die Partnerschaft und für unsere Familie.

All diese Entwicklungen scheinen mir wie ein Echo auf das was draußen vor sich geht. Das turbulente Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu, die Natur zieht sich immer mehr in sich zurück, bereitet im tiefen Inneren das Neue vor, für das die Samen bereits gelegt sind. Alles ist vorbereitet und darf im Frühling zu wachsen beginnen. Jetzt freuen wir uns auf den bevorstehenden Winterschlaf, in dem wir uns Zeit nehmen für alles, was es jetzt zu tun gibt. Zarte Annäherungen, miteinander in Beziehung kommen. Wir gehen es langsam an, achtsam und voller Vertrauen, dass es gut sein wird. Dass es gut ist, wie es ist.

Besinnliche Adventzeit, friedliche Feiertage und viel Zeit zum MITANANDA Kuscheln, Spielen, Feiern und Reden wünschen euch die Hofmates –

auf ein Wiedersehen im Neuen Jahr in alter, neuer Frische!

 

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